Trauma Psychose - Andreas SG.vo Wallenberg Pachaly

Andreas S.G. von Wallenberg Pachaly, Düsseldorf, Deutschland

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Ebene 10
Trauma, Psychose und Gruppe
 
 
Andreas von Wallenberg, Düsseldorf
 
 
Einleitung
 
 
In meinem Vortrag möchte ich folgende Fragestellungen diskutieren:
 
1.    Welche Rolle spielen traumatische Ereignisse bei psychotischen Erkrankungen.
 
2.    Welche Schlußfolgerungen ergeben sich daraus für unsere klinische Arbeit mit
 
       diesen Menschen.
 
3.  Welcher Stellenwert kommt einem Gruppensetting als therapeutisch hilfreiches und
 
    wirksames Instrument zu.
 
Die Aussagen meines Beitrages sind:
 
1.    Trauma, (körperliche Mißhandlung, seelische Mißhandlung und Zerstörung (Herabsetzung etc.) sexueller Mißbrauch, emotionaler Mißbrauch, aber auch Traumata auf Grund extremer Verluste, schwerer Krankheit, Naturkatastrophen und Krieg, haben zur Folge, daß die gute, tragende innere Gruppe, die inneren Bilder bedeutsamer tragender Menschen und die Beziehungsfähigkeit, das Vertrauen in das Gute im Menschen zerstört wird.
 
2.    Bei „diagnostizierten“ Psychotischen Erkrankungen wurde der Bedeutung von Traumas in der Lebensgeschichte bislang zu wenig Aufmerksamkeit gegeben, aber diese Menschen können nicht adäquat behandelt werden, wenn ein erfahrenes Trauma verleugnet, übersehen, oder bagatellisiert wird.
 
3.    Die Gruppe, sowohl in Form der dem Einzelfall angepaßt modifizierten analytischen Gruppentherapie, als auch die Großgruppe des „Betreuten Wohnens als Therapeutische Gemeinschaft in der Gemeinde“ und die Arbeit mit der Lebensnetzwerkgruppe bilden einen adäquaten, effektiven und kreativen Weg für Therapie, da der zerstörten inneren Gruppe eine lebensbejahende Gruppe entgegengesetzt werden kann und vom Pat. im Laufe seiner Auseinandersetzung verinnerlicht werden kann.
 
 
 
1. Definitionen
 
 
In diesem Vortrag verwende ich den Begriff Psychose für alle Erkrankungen, welche im DSM III, Axis 1 liegen. Also psychotische Reaktionen, Schizophrenien, und affektive Psychosen und schwere Depressionen sowie Symptome, die mit Traumatisierung einhergehen.
 
In den letzten Jahren ist dafür der Begriff Komorbidität geläufig geworden, der den Eindruck entstehen läßt als hätten wir es in einer Person mit zwei Krankheitsbildern zu tun. In Wirklichkeit bilden die deskriptiv erfaßbaren Symptome nur den Ausdruck einer gestörten Persönlichkeitsorganisation. Der differenzierten Behandlung wird darüberhinaus meist kein Raum gegeben.
 
Trauma definiere ich als das Ergebnis eines Ereignisses, wo ein Mensch Stress ausgesetzt ist, ohne entweichen zu können. Stress, der die Bewältigungsmechanismen eines Menschen überfordert oder außer Kraft setzt.  Das Trauma zerstört die  Persönlichkeit, die guten inneren Objekte  und die gute innere haltende Gruppe eines Menschen.
 
 
J. Hermann (1992) entwickelte das Profil einer “Funktionsstörung  extremen Stresses, die anders nicht spezifizierbar ist” (Complex PTSD), das die andauernden, wiederholten Traumata in die Überlegung mit einbezog, die in zwischenmenschlichen Beziehungen auftreten und zu signifikanten Störungen in folgenden Gebieten führt:
 
1. Regulierung der Gefühle (kontinuierliche depressive Stimmungen, extreme Verdrängung von Wut und Aggression im Wechsel mit der Eruption dieser Gefühle, Verlust der Sexualität oder inadäquates, provozierendes Sexualverhalten)
 
2. Bewußtsein (Amnesie, Spaltung, Depersonalisation)
 
3. Selbstwahrnehmung (Scham, Schuld, Selbstanklage, Isolation)
 
4. Wahrnehmung des Täters (permanente Rachegedanken, paradoxe Dankbarkeit gegenüber dem Eindringling, Übernahme des Wertsystems und der Überzeugungen des Eindringlings)
 
5. Beziehung zu anderen (Isolation, Rückzug, Zerstörung der Beziehungen zu Ehepartner und Familie, Mißtrauen, Verlust der Fähigkeit zum Selbstschutz)
 
6. Systeme der Überzeugung und des Vertrauens (Verlust von Vertrauen und Zutrauen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung.
 
 
Beeindruckend bei Traumaopfern ist, daß sie häufig Comorbidität entwickeln, d. h., andere schwere Symptome wie Depressionen, besessen-zwanghaftes Verhalten, Suizidalität, Substanzenmißbrauch, Eßstörungen, Somatisierungen.
 
Das Trauma selber ist zu verstehen auf einer gleitenden Skala, einem Kontinuum von extremen Seelenmord wie ihn etwa die Folter und extreme Kindesmißhandlung darstellen hin zu geringeren psychischen Verletzungen, wie weniger signifikanten Grenzverletzungen, Eindringungen und Vereinnahmungen, Deprivationen, Verlassen-Werden, Abwesenheit wichtiger Bezugspersonen, Mangel an Einfühlungsvermögen und Schwingungsfähigkeit (Seelenblindheit), und größeren Verlusten. Ebenso wie chronische Dysfunktion der Beelterung!
 
Daraus ergibt sich für die Traumatherapie andererseits die Notwendigkeit der Durcharbeitung, des erneuten Erlebens der Qualen der mit der Traumatisierung einhergehenden Gefühle und Konflikte und der Gefühle der Rache innerhalb eines schützenden therapeutischen Settings,  um eine Distanz vom Traum zu erreichen, zur Abgrenzung gegen die internalisierten bösen, quälenden Objekte – dies sind die beiden Pole, zwischen denen wir uns bei der Arbeit mit Traumaopfern wiederfinden. Das Ziel der Therapie besteht im Wiederaufbau einer guten tragenden, haltenden und schützenden internalisierten Gruppe, um ein Ende der verheerenden Effekte des Traumas auf das Opfer und sogar seiner Nachkommen zu erzielen.. Kleine und große Gruppen stellen die effektivsten Settings für dasTragen (containing) und die Umkehr der Effekte der Traumata dar.
 
 
 
2. Die Ichorganisation des psychotischen Menschen
 
Es geht mir hier nicht darum, daß jede Psychose oder Schizophrene Reaktion auf ein einma­liges oder auch anhaltendes, kumulatives Kindheitstrauma zurückgeführt werden kann. Nein, ich möchte zeigen, daß es im Falle eines erlittenen Traumas wichtig ist, diese Traumatisierung und den daraus resultierenden Seelenzustand zu verstehen, da nur so eine adäquate Behandlung stattfinden kann. Wenn man die Traumatisierung ernst nimmt, ermöglicht das auch, daß der Pat. eine Mög­lichkeit hat, sich weiterzuentwickeln und nicht in seinem Vermeidungsverhalten stecken zu bleiben.
 
Es kann jahrelang dauern, bis ein Pat. wagt sich mit seinem Trauma auseinanderzusetzen. Denn damit geht einher, daß sich der Patient den Gefühlen noch einmal stellt, die ihm damals auf Grund seines schwachen Ichs unerträglich waren.
 
Siehe F. Stern, welche lange Zeit nur um soziale Anpassung rang,  sie versucht sich in das Arbeitsleben zu reintegrieren, eine angepasste Liebesbeziehung einzugehen, aber vor einer Betrachtung ihrer Selbst insbesondere ihrer zu Grunde liegenden Konflikte schreckt sie noch zurück.
 
 
Im Prozess des traumatisierenden Beziehungsgeschehen nimmt der/die Traumatisierte eine bestimmte Position ein, die hilft psychisch zu überleben. Z.B. der sexuell traumatisierte schreibt sich die Verantwortung zu, der „effektiv“ Gefolterte empfindet sich als den Verursacher der Tortur. Dies dient letztendlich dazu ein liebenswertes Beziehungsgegenüber zu „retten“. Wir Menschen scheinen bereit zu sein, uns dafür zu erniedrigen, zu hassen und herabzusetzen und die Realität zu entstellen, bzw. sogar zu verleugnen. In der Psychose, vielleicht noch mehr in der Schizophrenie nimmt diese Nichtung offensichtlich ein sehr großes Ausmaße an, dem Menschen ist es nicht mehr möglich sein Gegenüber als „beschützend“ zu retten! Er kann den totalen Widerspruch in seiner Person nicht mehr aushalten und flieht aus einer gemeinsam geteilten Realität.
 
 
3. Zum Verständnis des Psychotikers
 
 
Während der Neurotiker bestimmte Gefühle abwehrt, wehrt der Psychotiker Gefühle an sich ab (insbesondere Angst und Aggression) und projeziert sie. Die Aufgabe des Therapeuten ist dies zu ertragen und sie, gleichsam einer guten Mutter, zu verdauen, so daß der Psychotiker sie wieder „verträglich“ introjezieren kann.
 
Auf dem Weg dahin gilt es aber einige Hürden zu nehmen. Indem der Psychotiker fortwährend Attacken auf die Denkfähigkeit des Therapeuten macht und auf Beziehung-Herstellen, versucht er sich ja seiner „nicht gewahr zu werden“ und so den Gefühlen, die damit verbunden währen aus dem Weg zu gehen.
 
Ursache sind die Widesprüche, die sich aus fragmentierten und abgespaltenen Selbst- und Objektimagines, -repräsentanzen ergeben und den ihnen entsprechenden widersprüchlichen affektiven Zuständen. Diese Widersprüche führen zu Angst.
 
Diese Angst unterscheidet sich von der aus Strukturkonflikten resultierenden „Signalangst“, da sie überwältigend und ohne jeglichen gezielten Signalcharakter ist und das Identitätsgefühl, ja das Gefühl Zu-Sein des Betroffenen total bedroht. Sie verschwindet erst, wenn integrierte Selbst- und Objektimagines entwickelt worden sind.
 
Ursächlich sind wohl die mangelnden kohäsiven Kräfte im Individuum, aber auch in der primären Bezugsperson, als auch der umgebenden Familienguppe. Dies erklärt auch die Forschungsergebnisse der Adoptivzwillingsforschung von Tienari et al. aus Finnland.
 
Ich bezeichne dies als den mangelnden zwischenmenschlichen Klebstoff! Meines Ermessens ist der Mangel an Klebstoff, sind die mangelnden kohesiven Kräfte, die die Persönlichkeit zusammenhalten ein wichtiges Element der psychotischen Persönlichkeitsstruktur.
 
Hintergrund ist hier wiederum, daß die im Verlauf einer normalen Entwicklung beim Baby und Kleinkind auftretenden aggressiven Affekte im Rahmen einer haltenden und freundlich spiegelnden, verdauenden Beziehung und Gruppe, vom Kind selbst verdaut werden können und in die Persönlichkeit integriert werden können.
 
Werden sie aber nicht gehalten und verdaut, so entstehen unerträgliche aggressive Affekte, was in der Regel wohl nur in einer bestimmten frühkindlichen Altersspanne geschehen kann, und gerinnen zu einem kindlichen psychotischen Selbst.
 
Dieses psychotische Selbst gibt den Realitätsbezug auf und verschmilzt mit einer phantasierten Welt, die seinen Ohnmachtsgefühlen und seinen Vernichtungs- und Verschlungen-Werden Ängsten entgegenwirkt.
 
 
Aus der wenig schwingungsfähigen, ja vielleicht sogar seelenmörderischen Beziehung der Umwelt zum Kind erwächst, ein sehr rigides, starres, strenges, verbietendes Über-Ich, und eine verinnerlichte, unzureichend haltende, oder gar vernichtend vereinnahmende Gruppe.
 
In der Folter ist der Gefolterte einer total kontrollierten Welt ausgesetzt und fühlt sich ohnmächtig, kann nichts berechnen. Dies kann auch in seiner Totalität einem früh traumatisierten Menschen widerfahren! Und dies war auch vielfach die Welt des späteren Psychotikers!
 
Zentral für das Verstehen des Erleben des Psychotikers sind seine frühen Objektbeziehungen, da diese nie ganz überwunden worden sind: Selbst und Objekt geraten durch Abspaltungsvorgänge, bei denen das frühe Ich gute oder schlechte Teile des Selbst ausstößt und in weiterer Folge in Form von Liebe oder Haß auf äußere Objekte  projeziert, total durcheinander. Diese Verwirrung rührt von den gleichzeitig vorhandenen Phantasien und Impulsen des Patienten her, in das Objekt mit seinem ganzen Selbst oder bestimmten Selbstanteilen einzudringen. Durch die Projektion von Teilen des Ichs, die von einer Projektion des Über-Ichs begleitet wird, ist das Ich geschwächt und desintegriert. Diese Vorgänge erzeugen eine typische Kontrollbeziehung zwischen Patient und Analytiker, die so stark ausgeprägt sein kann, daß der Patient z.B. das Gefühl hat, durch projektive Identifizierung Leib und Seele des Analytikers zu kontrollieren, was bei ihm wiederum zur Befürchtung führt, den Analytiker verändert oder verrückt gemacht zu haben. In weiterer Folge entwickelt der Patient in Zusammenhang mit den paranoiden Ängsten paranoide Impulse – v.a. fürchtet er, daß die projezierten Teile von ihm, die nun mit dem Analytiker vermischt sind, erneut in ihn eindringen und ihm das Bewußtsein oder sein Selbst rauben können.
 
Diese projektiven und introjektiven Prozesse ermöglichen aber andererseit erst den Weg zum Dialog und zum Verstehen des psychotischen Menschen.  Wenn es dem Analytiker gelingt, als Container für die schrecklichen Ängste und Gefühle des Patienten zu dienen, kann die projektive Identifikation ihre kommunikative Wirkung entfalten. Das bedeutet, daß der Analytiker darauf vorbereitet sein muß, eine intensive Beziehung einzugehen, bei der ihm ein hohes Maß an Denkfähigkeit und aktivem Denken abverlangt wird.
 
Zumal die narzißtisch omnipotente Objektbeziehung des Patienten auf die Abwehr gegen das Erleben des Getrenntseins vom anderen und des Neides auf den anderen eingesetzt wird.
 
In der negativen therapeutischen Reaktion und bei der Entstehung der Psychose als solcher spielt ein destruktiver Narzißmus, d.h. eine beträchtliche Idealisierung der destruktiven Teile des Selbst, durch die libidinöse Objektbeziehungen lustvoll abgewertet, attackiert und zerstört werden, eine besondere Rolle. Dieser omnipotente Teil des Patienten bleibt oft stumm oder aber sehr gut verborgen, jedoch äußerst wirksam, wenn es darum geht, abhängige Objektbeziehungen zu verhindern und äußere Objekte dauerhaft zu entwerten.
 
Der schizophrene Konflikt gipfelt somit in den Konflikt, als Kampf zwischen den Wünschen nach der Fähigkeit, emotional bedeutsame Erfahrungen zu machen, und den Wünschen, die Fähigkeit für Erleben und Gedanken zu zerstören. Dabei wird das Bündel von unbewußten Wünschen durch aktuell gegenwärtige Angriffe auf eben diese Fähigkeit agiert.
 
Bion schrieb dazu: „dies rührt von der Verweigerung der Mutter als ein Gefäß für die Gefühle des Kindes zu dienen, oder vom Haß und Neid des Kindes, das der Mutter nicht gestatten kann diese Funktion auszuüben. Dies führt zur Zerstörung der Verbindung zwischen Mutter und der mütterlichen Brust“.
 
Die unerträglichen aggressiven Affekte gerinnen zu einem psychotischen Selbst. Dieses kann entweder,
 
a)    erfolgreich eingekapselt werden,
 
b)    ausgebrütet werden und in Situationen, in denen der Pat .regrediert oder er die Umgebung so erlebt wie in der kritischen Phase der Entstehung des psychotischen Selbst aufbrechen, oder
 
c)    auf Grund mangelnder Integration wächst hinter einer normalen Fassade eine psychotische Persönlichkeitsorganisation, oder
 
d)    die Abkapslung geling nicht und es entsteht die kindliche Schzophrenie
 
1.                 Im erwachsenen Alter tritt Schizophrenie nicht allein wegen Regression auf sondern als Folge des Verlust der Erhaltungsmechanismen, die das Selbst, das kindliche psychotische Selbst eingekapselt hatten, unterstützt und seine Fragilität kompensiert und verschleiert haben. Es entsteht eine neue, wenn auch primitive Selbst-Repräsentanz – das erwachsene psychotische Selbst – die das kindliche psychotische Selbst umgibt und mit ihm eine Allianz bildet, die  verbliebene gesündere Selbst-Repräsentanz dominiert (Volkan).
 
 
Die Lösung des Konfliktes beruht demnach auf vier Stufen:
 
1.    Die Phase des Nicht-Erlebens. Was vordergründig so aussieht als gebe es keine Wünsche, als wäre alles Erleben gänzlich träge und als gebe es gar keinen Konflikt, ist nichts anderes als ein potentiell veränderbares Gleichgewicht, das in einem Kampf zwischen konflikthaften Wünschen ereicht worden ist. In diesem Zustand haben die Seite des Hasses auf die Realität und der Wunsch, nichts zu erleben, die Oberhand gewonnen. Der Therapeut muß dem Patienten Bedingungen schaffen, in denen er es wagen kann über sich nachzudenken, indem er seine eigene unbewußte Feindseligkeit und seine Furcht vor dem Zustand der Bedeutungslosigkeit des Patienten nicht ausagiert. Indem er sich nicht in eine aktive Form der Therapie verstrickt, in der teilweise richtige feindselige Deutungen gemacht werden. Gelingt es dem Therapeuten, sich nicht mehr dem Angriff auf das Denken und das gefühlsmäßige Erleben anschließen zu müssen, kann sich die zweite Stufe , die Phase der projektiven Identifikation entwickeln.
 
2.    Hier werden die Gefühle des Projezierenden so schmerzlich und heftig, daß sie vom Therapeuten als gewaltvoll selbstzerstörerisch erlebt werden. Der Projezierende phantasiert so unbarmherzig, daß der Druck auf den Empfänger gleich einer Invasion wirkt. (Patientin, die hunderte von Fragen stellt, um sich zu gehen, daß Therapeut zuhört, der dann nichts mehr hören kann.
 
3.    Wird die projektive Identifizierung durch die Verarbeitung des Therapeuten weniger ambivalent, dann tritt eine vorübergehendes Stadium psychotischer Erfahrung in der Therapie ein, in der sich gleichzeitig aber auch eine Fähigkeit, sich selbst zu beobachten und Worte als Repräsentanzen zu benutzen, entwickelt. Jetz kann der Therapeut als getrennte Person, die empathisch reagiert geschätzt werden.
 
4.    Als letzte Phase kann das Stadium des symbolischen Denkens erreicht werden.
 
 
 
Psychosenpsychotherapie
 
 
Der Alpha-Funktion des Analytikers, Sinn in das sinnlose emotionale und gedankliche Chaos des Patienten zu bringen, steht dessen Beta Funktion, das Bedürfnis eine emotionale Verwicklung zu produzieren gegenüber.
 
In der Therapie des Psychotikers wird  Therapeut und psychotherapeutische Gruppe zu einem „Digesting Container“, einem verdauenden Behälter, der unerträgliche Erfahrungen hilft verdaubar zu machen.
 
 
Es besteht die Notwendigkeit einer „therapeutischen Regression“, d.h. die Rückkehr des Patienten zu den ürsprünglich als traumatisch, weil unerträglich erlebten emotionalen Erfahrungen in der Kind-Mutter-, Kind-Umgebende-Gruppe-Interaktion.
 
Es sind die projektiv-introjektiven Zyklen, die eine Benignisierung und Ganzheitlich-Werdung der Selbst- und Objekt-Imagines ermöglichen und eine Zunahme der Angsttoleranz des Pat..
 
Nur wenn der Therapeut dies aushält ist beim Pat. eine Zunahme an Angsttoleranz möglich.
 
Letztendlich wird der Patient fähig, adaptive Identifikationen zu nützen, und auch bei der sich entwickelnden therapeutischen psychotischen Übertragung sein beobachtendes Ich bewahren zu können. Dieser Fortschritt  führt paradoxerweise zu einer therapeutischen Regression, zu dem was Volkan als „revisiting the terror“ bezeichnet, also das Wiederbeleben der schrecklichen Gefühle. Nur indem der Pat. in der Therapie emotional von den meist aggressiven Gefühlen überwältigt wird, kann der Patient sein erwachsenes psychotisches Selbst modifizieren. Das hängt natürlich von Analyitikers und umgebender Gruppe Fähigkeit ab, Überschwemmt-Werden erleben und aktiv aushalten zu können. Glückt diese Erfahrung entsteht beim Patienten größere Angsttoleranz und Angst wird zu Signalangst und beinhaltet nicht mehr die Drohung einer alles vernichtenden organimistischen Panik, und er verinnerlicht Objektkonstanz.
 
 
4. Die stützende und verkapselnde Therapie versus die Therapie, welche Entwicklung möglich macht
 
 
Die meisten Gruppenbehandlungen aber auch Einzelbehandlungen psychotischer Erkrankungen betonen den anpassenden, sozialisierenden Aspekt. Es sind nicht-verändernde Behandlungsformen. Substantieller Persönlichkkeitsstrukturwandel wird weder gefordert noch gefördert. Diese Gruppen haben eine be­grenzte Zielsetzung und bieten einen unpersönlichen Spiegel. Sie müssen nicht uneffektiv sein, sie können emotionales Leid helfen zu lindern und die Rückkehr in die Gemeinde ermög­lichen. Sie verringern auch abweichendes Verhalten und fördern dadurch gesellschaftliches Funktionieren.  Sie sind kurzfristig und kostengünstig. Sie haben aber ihren Preis: Emotionale Stabilität ist nur so lange möglich als die gestörten Anteile der Persönlichkeit (z.B. der psycho­tische Kern) eingekapselt sind. Nur dynamisch orientierte, interpersonelle Therapie geht weiter. Auch angesichts Verkapselung und sozialer Anpassung ist meiner Erfahrung nach eine Psychotherapie möglich, und in der Literatur finden sich andere die dies berichten (Kibel, Chazan, Stone). In einer Gruppe, welche über einen langen Zeitraum Bindung und Halt bietet, wird es möglich, daß sich der Pat. so sicher fühlt, daß er seinen psy-chotischen Kern sichtbar werden lassen kann und eine gemein­same „Erforschung“ zulassen kann. Dies gilt eben auch für traumatische Erfahrungen. Unab­dingbare Voraussetzung ist, daß die Gruppe geschlossen ist, einen festen Zusammenhalt hat, stabil ist und gut funktioniert. Interessanterweise kann dies auch der Fall sein, wenn die ein­zelnen Teilnehmer sehr gestört sind.
 
 
5. Trauma und Konflikt
 
 
Massive Traumatisation während der Kindheit war chronisch bei vielen Psychosen. Dabei sind zwei Dimensionen bedeutsam beim Umgang des Ichs mit dem Trauma.
 
1.    Das Ausmaß der Traumatisierung, die Intensität der Gefühle,
 
2.    und die Extremität der Gefühle, das außergewöhnliche, das erschreckende.
 
Das Trauma wird in der Regel nicht verdrängt und somit unbewußt. Das zur Bewußtheit bringen ist nicht der entscheidende verändernde Faktor in der Therapie.
 
Die hauptsächlichen Gefühle, und die Versuche, diese unter Kontrolle zu bekommen, die zentralen Ängste und Wünsche, die durch das Trauma hervorgerufen worden waren, und die sich daraus ableitenden Konflikte wurden oder blieben hauptsächlich unbewußt. und bilden das Kernstück unserer psychotherapeutischen Arbeit.
 
Ihre Transformation in Worte und andere Symbole und die teilweise Lösung des Konfliktes haben eine verändernde Wirkung.
 
Zentralfür das Verstehen der Wirkung des Traumas ist der unbewußte innerer Konflikte.
 
Die Kausalität, die relevant ist für den psychoanalytischen Zugang zu Problemen der Psychopathologie, kann im Falle einer Traumatisierung wie folgt formuliert werden:
 
Je schwerer das Trauma, desto überwältigender die Affekte, je radikaler und überwältigender die Affekte desto intensiver die Konflikte, je intensiver und extremer der Konflikt desto behindernder die Abwehrformation, desto totalitärer die widersprüchlichen Forderungen des inneren Richters, der sadistischen Version des Gewissens.
 
Das Trauma lebt weiter in der Strenge und Unbarmherzigkeit des Gewissens als auch in dem gespaltenen Charakter des Über-Ichs, Gewissens, von Idealen, Werten, Loyalitäten. Je extremer die Aggression des Über-Ichs, desto lebensentscheidender sind die masochistischen und narzistischen Phantasien und desto prominenter das Kernphänomen des neurotischen Prozesses, Zwanghaftigkeit, Verallgemeinerung und Polarisierung.
 
Traumatisierung und starker innerer Konflikt gehören zusammen. In der Therapie erhält die Rekonstruktion von Ich-Zuständen viel größere Bedeutsamkeit als die erzählerische Kontinuität  durch die Rekonstruktion angeblich verdrängter Traumata.
 
Um das Ausmaß einer Traumatisierung vollständig verstehen zu können ist es notwendig auch einen Blick auf die Funktion der den Traumatisierten umgebende Gruppe zu werfen. In wie weit sie ein tragender, haltender und auf- und annehmender Behälter für Gefühle des Traumatisierten ist, der Schutz nach außen und nach innen bot und bietet.
 
 
 
6. Was macht das Trauma mit dem Menschen
 
1.     Veränderungen in der „Grundannahme von der Welt“ und der eigenen Rolle in der Welt
 
2.     Veränderungen in den Verinnerlichten Objekten und im Selbst
 
3.   Seelenmord
 
4.   Hilflosigkeit, Abhängigkeit und Vernichtungsängste
 
5.   Dissoziation, das unkontrollierte abrutschen in widersprüchliche Seelenzustände
 
6.   Das Auftreten Primitive Objektbeziehungen und Abwehrmechanismen
 
7.   Verletzung des Übergangsspielraums
 
8.   Verlust des Selbst-Zusammenhalts bis hin zur Fragmentierung
 
9.     Narzisstische Verletzungen: In der traumatisierenden Beziehung wird das Kind nicht im eigenen Recht anerkannt und freundlich gespiegelt durch seine Bezugspersonen, sondern ist Verletzung, Verführung und Vernichtung ausgesetzt. Die für die kindliche Entwicklung wichtige Idealisierung ist ausgesetzt und wird nunmehr in einer extrem kompensatorischen Art wiederhergestellt. Das Opfer bewundert die diktatorische Macht seines Traumatisierers, seine/ihre Kälte, und seine/Ihre Fähigkeit zu verletzen. Somit werden mißhandelte Kinder immer abhängiger von ihren Quälern, und nicht weniger. Paradoxerweise, je mehr ein Kind verletzt und depriviert wurde von einem „schlechten“ Eltern, desto mehr benötigt es gute Eltern. Selbst wenn es dafür den Preis der Realitätsverleugnung zahlen muß und die Gewälttätigkeit und das Böse seiner Eltern verleugnen muß. Trotz allem ist es sicherer in einer guten Welt der böse zu sein als in einer beständig bedrohlichen Welt zu leben. Deßhalb beschuldigt sich das Kind eher selbst, als daß es seine Eltern beschuldigt. Daraus wachsen Gefühle von Hilflosigkeit und Scham, das Traumaopfer ist Zielscheibe immer neuer narzistischer Verletzungen, diesmal von Innen es beschuldigt und schämt sich unzureichend zu sein und interpretiert auch gutartige Ereignisse als eine Wiederholung früherer traumatisierender Verletzungen.
 
10. Die Entwicklung psychiatrischer Symptome
 
 
7. Abwehrmechanismen des Traumas
 
Abwehrmechanismen von,
 
1.    Verschmelzung,
 
2.    Autistischem Rückzug und
 
3.    Fragmentierung versuchen ein Ich zu schützen, welches existentiell bedroht wird durch Forderungen nach Nähe, Distanz und innere Bedürfnisse.
 
Weitere frühe Abwehrmechanismen denen wir begegnen sind:
 
Dissoziation Und hier wird es für uns psychoanalytische betrachtende Menschen interessant wir alle wissen das ein psychischer Art der Mechanismus überbordenden Gefühlen Traumatisierung den Gefühlen auszuweichen Dissoziation ist. Wir denn die Beschreibungen von Gefangenen welche Folgen ausgesetzt werden und sich in der hinteren oberen Raum Teil zurücksetzen zurück ziehen und von dort aus das Geschehen beobachten beleglos und innerlich völlig entrückt. Diese Zustände können solche extrem Ausmaße annehmen daß es Menschen nicht mehr gelingt in ihrem Körper zurückzukommen ich denke hier an eine Patienten welche nach einer brutalen Vergewaltigung sich ihrer selbst so entrückt war das sie nach zwei Tagen anfing sich selbst zu schneiden zu verletzen um wieder in ihrem Körper zurückzukommen.
 
1.    Splitting
 
2.    Projektive Identifikation
 
3.    Verleugnung
 
Höhere Abwehrmechanismen, welche mit einem geringeren Realitätsverlust einhergehen sind:
 
1.    Identifikation mit dem Aggressor
 
2.    Ausagieren.
 
3.    Verdrängung
 
8. Besonderheiten der Gruppentherapie
 
 
1.    Sie kann Übertragungen diffundieren, dadurch abschwächen und Ich-Regression abfedern, was andernfalls zu einer Verlängerung und/oder Komplikation der Behandlung geführt hätte.
 
2.    Sie bietet die Möglichkeit zwischenmenschliche Fähigkeiten zu entwickelt.
 
3.    Sie bietet die Möglichkeit neue Informationen, Bewältigungsstrategieen und Erwartungen an einen Selbst zu erwerben.
 
4.    Peer-Feedback ist für viele Menschen erträglicher als Feedback von Autoritäten.
 
5.    Gegenseitiges Spiegeln und gegenseitige Identifikation in der Gruppe sind wichtige therapeutische Faktoren.
 
6.    Sie ist kosteneffizient, und
 
7.    Meiner Einschätzung am wichtigsten ist die Tatsache, daß die Erforschung des Gruppenprozesses und der Gruppendynamik durch ihre Mitglieder den Einzelnen persönliches Wachstum und Einsichten in zwischenmenschliche Prozesse ermöglicht, und zwar auf eine Art die in der dyadischen Einzeltherapie unmöglich ist.
 
8.    Für die Traumaopferbehandlung gilt dies um so mehr, als das ein großer Teil des Schmerzes und des Leidens der Traumatisierten aus ihrer Isolation von mitmenschlichem Kontakt resultiert. Man könnte dies in dem Satz zusammenfassen, “zusammen bilden wir die heilende Matrix von Mitgefühl und Machtergreifung, aus der wir als Einzelne ausgeschlossen und von der wir isoliert worden waren”.
 
 
9. Aufgaben für die Gruppentherapie
 
 
1.  Die analytische Arbeit in der Therapie beginnt in einem nebligen Zwielicht, in dem die ursprüngliche Persönlichkeitsstruktur, oder vielmehr das wahre Selbst, die Erfahrung der Mißhandlung oder des Mißbrauchs und die sich ergebende Persönlichkeitsdeformierung oder sogar Persönlichkeitszerstörung des Patienten sehr stark ineinander verwoben sind. Es ist unsere Aufgabe, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wer der Patient ist, zu verstehen, warum diese Person Mißhandlung oder Mißbrauch, oder was immer das Trauma ausmacht, in dieser speziellen Weise und nicht anders erfahren hat. Welchen traumatisierenden Einflüßen war er tatsächlich ausgesetzt und welchen Effekt hatte dies auf seine Persönlichkeit?
 
2.  Weil wir es mit einem real existierenden traumatischen oder kumulativ traumatischen Ereignis zu tun haben, sollten wir bei der Begegnung mit diesen Menschen nie vergessen, daß die Begegnung mit ihnen die Oberhand haben soll gegenüber dem Analysieren der Person. Wir können sie bei ihren Anstrengungen, sich selbst von den Geistern der Vergangenheit zu befreien, begleiten, wenn sie mit den oft unaussprechlichen Albträumen des Traumas konfrontiert werden. Aber diese Geister waren reale Menschen und taten den Patienten reales Unrecht, Zwang und Gewalt an. Das Trauma war keine Phantasie, es war kein innerer Instinkt oder auf das Opfer gerichteter Trieb. (Ich gehe hier auf das False memory-syndrom nicht näher ein, da es in unserem Zusammenhang unbedeutend erscheint) Und am schlimmsten von allem ist, daß Mißbrauch und Mißhandlung die absolut unentrinnbare Erfahrung beinhaltet, daß es Menschen gibt, die die Menschlichkeit vollständig hinter sich lassen, die wirkliche Barbarei.
 
3.  Tatsächlich schwer traumatisierte Menschen trauen ihrer Wahrnehmung nicht mehr. Sie verinnerlichen die Sicht der Welt ihrer Quälers und gleichzeitig verlieren sie das Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung anderer Menschen. Hier kann die psychotherapeutische Gruppe natürlich von großer Hilfe sein, da sie ein Trainingsfeld darstellt, um die eigene Wahrnehmung zu überprüfen. Weiterhin kann die Gruppe die Erfahrung bereitstellen, daß es außer Mißhandlung und Mißbrauch auch noch Menschlichkeit gibt. Sie kann einen Übergangsraum bereitstellen, wo die das Leben zerstörenden Gruppendynamiken erkannt und mit einer Leben gebenden und Leben schützenden Dynamik konfrontiert werden können.
 
4.  Die Gruppe ist der Ort, an dem erforscht werden kann, was die Traumatische Erfahrung ihm angetan hat. Sie kann den empathischen Spiegel bereitstellen, um die Wahrheit zu rekonstruieren: wie die Ich-Grenzen verschwammen, sogar die Grenze zwischen Mißhandler und Mißhandeltem, wie während der regressiven Ich-Zustände, die mit traumatischer Erfahrung einhergehen, Ängste der Vernichtung, der totalen Verlassenheit und absoluten Zurückweisung in einer psychotischen Qualität, eine  Verschmelzung der Ich-Grenzen auftraten und wie auf einmal das Opfer zum Täter wurde.
 
5.  Während der Gruppentherapie bekommt dieser Aspekt besondere Wichtigkeit, weil die Verschmelzung mit der ganzen Gruppe erfolgt, die Gruppe idealisiert wird. Und plötzlich, ausgelöst vielleicht nur durch eine kleine Bemerkung, einen Gesichtsausdruck oder eine Geste, fühlt sich der Opferpatient  durch die ganze Gruppe schikaniert, verfolgt und gequält. Dann beginnt der Opferpatient in einer Kehrtwendung die ganze Gruppe zu verfolgen, ein verfolgendes Opfer zu werden. Nach meiner Erfahrung sind dies die Momente, in denen das Opfer überwältigt wird von der Angst, verschlungen, vernichtet oder ausgelöscht zu werden.
Peter beschwerte sich immer wieder darüber, daß niemand in der Gruppe und insbesondere der Therapeut ihn mag. Die Gruppe bemerkte, daß er zur selben Zeit intensive Bedürfnisse nach Nähe fühlte: Er begann damit, die Gruppe und mich vehement zu attackieren und zerstörte auf diese Weise alle Gefühle der Nähe. Verschiedene Male  wurde die Gruppe zu gewaltsamen Attacken gegen ihn “verführt”, daß er es doch sei, der alle Gefühle der Nähe und Zuneigung zerstörte. Erst nachdem durch einige Gruppenmitglieder ein Verständnis dafür herausgearbeitet worden war, daß es die so sehr gewünschte große Nähe war, die ihm so bedrohlich erschien, konnte er damit beginnen, über verschieden Fälle zu sprechen, in denen durch den Mißhandler eine anscheinend nahe Beziehung emotional hergestellt worden war. Diese Nähe war brutal mißbraucht und zerstört worden, um ihn noch abhängiger zu machen und zu “zerbrechen”.
 
6.  Auf diese Weise können sich ganz spontan projektive Mechanismen durchsetzen. Die psychotherapeutische Gruppe ist gefordert, sich selbst gegen die das Leben angreifenden Kräfte abzugrenzen, die auf sie ausgeübt werden, und die extremen Ängste, die Agonie und die darunter liegenden Gefühle der Verlassenheit empathisch zu verstehen. Die Zerstörung der leben-schützenden, Leben gebenden, tragenden internalisierten Gruppe muß erkannt und wenn  möglich mit der Leben schützenden Gruppendynamik einer gut funktionierenden Psychotherapiegruppe “konfrontiert” werden
 
7.  Dies geschieht durch ursprüngliche und authentische Beziehungen innerhalb der Gruppe. Die Matrix der gegenseitigen Beziehungen, die Toleranz der anderen, bildet den Boden, auf dem Empathie statt Mitleid wachsen kann. Beziehung dient in der Psychotherapiegruppe dazu, der Vernichtung der Bindungen entgegenzuwirken,  welche die Gefühle der Zusammengehörigkeit zerstört.
Ich denke an verschiedene schwer traumatisierte Patienten, welche im Laufe einer Gruppensitzung die Gruppe sehr vehement angriffen, weil sie sich zurückgewiesen fühlten. Ihre eigenen Gefühle waren in keinster Weise für eine emotionale Korrektur durch die gemeinsam getragene Wahrnehmung der Mitpatienten erreichbar. Erst als es dem Patienten gelungen war, ein Gefühl vollständiger Hilflosigkeit bei allen anderen Patienten und mir zu erzeugen und wir dieses Gefühl teilten, fühlte der Patient sich erleichtert und nicht mehr zurückgewiesen, sondern verstanden und akzeptiert.
 
8.   Die Gruppe wird zum Container für die unerträglichen Gefühle. Zeitweise ist es notwendig, Gefühle der Verlassenheit, Isolation, Agonie, Vernichtung zu tolerieren, einfach dazusitzen, anwesend zu sein und nicht wegzulaufen.
 
9.   In diesem Zusammenhang bedeutet die Verbindung mit einer Institution wie in unserem Fall der freien gemeinnützigen Beratungsstelle für Psychotherapie   oft auch, daß eine Bezugsgruppe die Mißhandlung, den Mißbrauch, das Trauma überlebt, daß Gut und Böse an ihren jeweiligen Plätzen noch fest stehen und eine vollständige Verwischung  der Grenzen verhindert werden kann oder Grenzen wieder hergestellt werden können.
 
10. Schließlich kann die psychotherapeutische Gruppe dem Opfer als ein Spiegel helfen, seine Persönlichkeit zu finden, welche darum kämpfen muß, die Erfahrung des Traumas in den Rest des Lebens zu integrieren. In diesem Prozeß werden die Grenzen schmerzhaft fühlbar. Therapie kann in vielen Fällen nur lindern, nicht heilen, am wenigsten ungeschehen machen. Der Container ist zerbrochen und kann nur teilweise wieder repariert werden. Ich glaube, daß es das Gebiet der extremen Traumatisierung ist, auf dem wir die “zerbrochene Persönlichkeit”  diagnostizieren können.
 
11. Wie ich oben dargelegt habe, muß die Realität im Prozeß der Wiederherstellung der Grenzen soweit wie möglich rekonstruiert und anerkannt werden und sie ist öffentlich zu machen. Die Gruppe wird folglich zum ersten öffentlichen Platz und die Fähigkeit kann wachsen, sich von der Welt der Mißhandlung, dem  Mißbrauch, oder was auch immer abzugrenzen.
 
12. Nach meiner Auffassung kann Gruppentherapie diese Aufgabe nicht alleine vollbringen. Die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit ist aufgefordert, diesen Prozeß zu unterstützen. Ich denke an viele vergewaltigte Frauen, z. B. zwischen 30.000 und 100.000 in dem Gebiet um Berlin, die am Ende des zweiten Weltkriegs durch die einfallenden sowjetischen Truppen vergewaltigt wurden. Es scheint unglaublich, daß solch ein großes Ausmaß an Verbrechen durch die Gesellschaft nicht erkannt wurde, nicht verbalisiert werden konnte und für Jahrzehnte geleugnet wurde. Die von diesen vergewaltigten Frauen ausgetragenen Kinder wurden “zu Deutschen” durch ihre beschämten und traumatisierten Mütter. Diese mußten die Aufgabe bewältigen, ihr Kind zu lieben und doch  seinen Vater hassen zu dürfen. Heute sind die vergewaltigten und schwangeren Frauen aus Bosnien mit derselben unmöglichen Aufgabe konfrontiert. Sie sind nicht nur durch die kontinuierliche Vergewaltigung traumatisiert, sondern werden dadurch fortlaufend traumatisiert, daß ihnen und ihren Kindern jedes ethnische Zelt geraubt wird, unter dem sie leben können.
Der Prozeß der Gruppentherapie bei Opfern vonTrauma kann durch soziale Prozesse in der Gesellschaft erleichtert oder behindert werden. So sind z. B. gegenwärtig bereits seit 7 Jahren alle alten Akten des früheren ostdeutschen Staatssicherheitsdienstes geöffnet. Nun hat jedes Opfer das Recht, zu erfahren, welche Informationen einst über ihn gespeichert wurden, wie sein Leben zerstört wurde, welchen zerstörerischen Einflüsse in welcher Weise auf ihn ausgeübt wurden (Gauck-Behörde). Die südafrikanische Wahrheitskommission dient dem selben Ziel.
 
13. Die gesunde Über-Ich-Entwicklung hängt von einer aufrichtigen, liebenden Elterm-Kind-Beziehung ab, sonst entwickelt sich ein terroristisches Über-Ich. Die Gruppendynamik der Mißhandlung jedoch beweist dem Opfer, daß Ideale vernichtend sein können. Das Erwachsenen-Ich beschuldigt das korrumpierte Über-Ich, die Tatsache vernachlässigend, daß zur Zeit der Mißhandlung ja kein Erwachsenen-Ich vorhanden war. Schuldgefühle sind die Überreste der absoluten Abhängigkeit. Zeitweilig erfährt der/die Traumatisierte sich selbst als ein Krüppel, als Abkömmling einer Vergewaltigung, als ein Bastard, als ein Teufel. Die Psychotherapie kann die Fähigkeit entwickeln, ihm zu vermitteln, daß er noch ein Mensch mit eigenen Rechten ist, trotz der Scham und empfundenen Schuld. Die Gruppe kann helfen, die Dinge in eine realistische Perspektive zu bringen.
 
 
 
10. Besondere Schwierigkeiten in der Gruppentherapeutischen Behandlung
 
 
1.    Das große Mißtrauen des Patienten, dem der Therapeut mit Geduld und seiner blosen Präsenz Begegnen muß, das er über lange Zeit aushalten muß.
 
2.    Das Wiederbeleben und Wiedererleben des Traumas in der Gruppe. Die fragmentierten dissoziierten Gefühlsbruchstücke gilt es zu integrieren und zu einem Bild zusammenwachsen zu lassen.
 
3.    Ansteckungsgefahr in der Gruppe, d.h. Verschmelzung, die in eine histerische Emotionalität münden kann, in Ausagieren oder Sündenbockdynamik. Diese „Überempathie und Überidentifikation führt zu einem Verlust des reflektierenden Raumes und zu einem Angriff auf die Beziehungen zwischen den Menschen, den Gedanken und freien Einfällen der Mitglieder der Gruppe.
 
4.    Gegenübertragung und Co-Traumatisierung. Das Berichten und Wiederbeleben der traumatischen Inhalte führt auch beim Therapeuten zu Reaktionen,wie Überidentifikation mit dem Opfer der Gewalt, dem Patienten. Dies kann beim Therapeuten in Omnipotenz-phantasien resultieren, eine allmächtige Heilerphantasie, Selbstidealisierung und dem unbändigen Drang heilen zu wollen. Dies kann aber auch umschlagen in einen aggressiven attackierenden Therapeuten, der so unbewußt das Auftauchen des traumatischen Materials zu verhindern versucht. Eventuell kollaborieren hier Gruppe und Therapeut sogar.
 
5.    Last not least aber nicht unbedeutend ist natürlich die Tatsache, daß das Trauma des Pat. das eigene Traum des Therapeuten wiederbeleben kann, das sicher viel Therapeuten auf Grund eigener traumatischer Erfahrungen in sich tragen. Daraus ergibt sich natürlich die Notwendigkeit für den Therapeuten, für sich gut zu sorgen.
 
 
11. Die therapeutische Funktion der Großgruppe und der Lebensnetzwerkgruppe
 
 
In der Arbeit mit der Großgruppe als auch mit der Lebensnetzwerkgruppe stehen uns zwei weitere wichtige therapeutische Möglichkeiten offen.
 
 
Patrick der Marè hat sich viele Jahrzehnte intensiv mit der Arbeit in Großgruppen beschäftigt, er nennt sie median group mit ca 20-40 Menschen, und kam zu einigen interessanten Ergebnissen und Arbeitshypothesen:
 
1.                Neurosen und auch psychotische Reaktionen, zumindest einige, können verstanden werden als örtliche Ablagerungen im Individuum von ungelösten Gruppenerfahrungen, ob diese nun die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft betreffen.
 
2.                Auf dem Hintergrund seiner Auseinandersetzung mit Kriegsneurosen kam er auch zu dem Ergebnis, daß diese der analytischen Therapie nicht zugänglich sind, statt dessen benötigen sie einen Rahmen ausreichender Größe, um die gesamte traumatische Situation wieder zurück projezieren zu können mit all den damit verbundenen Emotionen, damit ihre Wirkungen wieder regelrecht (exorziert) ausgetrieben werden könnten.Er bezeichnete diesen Vorgang Transposition und schrieb ihm ähnliche Bedeutung für Gruppenprozesse zu wie Freud der Übertragung im psychoanalytischen Prozess.
 
3.                 Letztendlich kreierte er den Begriff Ludo spielen auf einem Schachbrett um damit zu verdeutlichen, daß eine Großgruppe zu leiten ein wesentlich komplexerer Prozess ist als wie eine Kleingruppe zu leiten. Er visualisierte das in dem Spruch: Die Kleingruppe sozialisiert das Individuum, und die Großgruppe humanisiert die Gesellschaft.
 
 
Meinem Verständnis gemäß geht der Entwicklung eines psychotischen Ich die Entstehung eines Gruppen-Ich voraus, von der Israelischen Gruppenforscherin Abraham als Co-Selbst bezeichnet. Es bezeichnet den Teil des Ichs, dem es möglich ist Stimmungen und Spannungen seiner Gruppenumgebung wahrzunehmen und darauf zu reagieren ohne anfangs selbst diese entscheidend gestalten zu können. Beobachten können wir dieses Co-Selbst in Gruppensituationen in denen Mütter ihre jungen Babies mit in die gruppentherapeutische Sitzung bringen und wir erleben, wie diese sensible auf die umgebende Gruppe reagiert.
 
Es ist an diesem Punkt wo bereits eine Störung eintreten kann und wo eine Entwicklung arretierten kann. Der damit einhergehende Konflikt kann sich dann in der Großgruppe oder der Lebensnetzwerkgruppe in Szene setzen. Wir können ihn dann wahrnehmen, tragen (containen) und die daraus resultierenden Konflikt interpretieren bzw. interpretativ interagieren. Dies wird im günstigen Fall zur Folge haben, daß die Großgruppe bzw. die Lebensnetzwerkgruppe eine Kultur entwickelt, welche es ihr ermöglicht
 
1. dialogfähig zu werden und
 
2. sich und ihre Gefühle zu beobachten und darüber auszutauschen, und
 
3. die befürchtete Zerstörung, bzw. Vernichtung zu überleben.
 
 
 
 
12. Trauma und Übergangsobjekt
 
 
Ich möchte nun noch auf einen Punkte eingehen, welcher besonders bei der Bearbeitung von Trauma eine große Rolle spielen.
 
Bei der Bearbeitung des Traumas werden vom Pat. die Gefühle empfunden, die zu fühlen und auszuhalten er in der traumatischen Situation zu schwach war und die er deshalb abspalten, dissoziieren, verleugnen, fragmentieren etc. mußte. Natürlich bedrohen die nun aufkommenden Gefühle von Wut, Ohnmacht, existentieller Verlassenheitsangst und Angst ausgelöscht zu werden auch das Ich; aber auch die Beziehung zum Therapeuten, da er in einem Verwischen der Objektgrenzen als Täter wahrgenommen wird, hier kann die Gemeinschaft als ein tröstendes ÜO helfen diese Beziehung zu bewahren und vor der endgültigen Zerstörung retten. Der Patient kann in der Beziehung mit dem ÜO die Nähe und Distanz regulieren, welche er in der Beziehung mit dem Therpeuten nicht regulieren kann. Die ihn überschwemmenden Gefühle werden dadurch gebannt, daß er in der Beziehung zum ÜO sich als mächtig und eben nicht ohnmächtig erleben kann und somit sein Ich abgrenzen kann von einer totalen Entmachtung und dem Strudel ins Ohnmächtige.
 
 
Die Gemeinschaft kann vom Bewohner gebraucht werden, im Sinne von Winnicott. Er kann Nähe und Distanz regulieren, Haß und Liebe ihr entgegenbringen, sie nichten oder Idealisieren. Dies ermöglicht den Umgang mit Trennungsängsten und Ängsten vor Vernichtung und existentieller Verlassenheit.
 
In dem die Gemeinschaft als Übergangsobjekt zur Verfügung steht wird es dem Patientenbewohner möglich eine therapeutische Beziehung zu einem anderen Menschen, seinem Therapeuten langfristig zu ertragen und aufrecht zu halten trotzt aller erlebten realen Trennungen von dieser Person und Begrenzungen die er in der Beziehung mit dieser Person durchlebt. Ähnliches ist uns bekannt aus der Therapie mit Borderlinepatienten in kombinierter Behandlung von Einzel- und Gruppentherapie.
 
Allein die Gemeinschaft ist viel kontinuierlicher präsent und bietet mehr Beziehungs-, Teilbeziehungsmöglichkeiten und sie kann als große Gruppe mehr ertragen.
 
Wie Stewart Whitely dies heute morgen auch ausführte, sind im Erleben des Pat die Peer-Beziehungen zu einzelnen Mitpatienten das allerwichtigste, da er sich dort vielmals getragen, unterstützt und gemocht und wertgeschätzt erlebt. Möglich wird dies natürlich nur auf dem Hintergrund einer tragenden Matrix.
 
 
13. Die Lebens-Netzwerk-Gruppe als Systemgruppe
 
Definiton: Die Lebens-Netzwerk-Gruppe begreifen und konzeptionalisiere wir als das gesamte soziale Netzwerk von Beziehungen, in dem der einzelne Patient lebt.
 

 
 
 
 
Grundlegend ist die Erkenntnis, daß innerhalb der Lebens-Netzwerk-Gruppe die selben Phänomene wie in Großgruppe n, zum Teil noch verstärkt auftreten. Großgruppendynamiken und besonders Dynamiken von Lebens-Netzwerk-Gruppen neigen dazu, als ein bedrohlicher, verfolgender Hintergrund erlebt zu werden. Dieser ruft Projektionen, projektive Identifikationen und Spaltung im Fall von Borderline-Persönlichkeiten und Fragmentierung, Verschmelzung und Autismus bei schizophren strukturierten Persönlichkeiten hervor.
 
Das Ziel der einflußreichen, therapeutisch arbeitenden Mitglieder einer Lebens-Netzwerk-Gruppe ist es, deren Dynamik zu einem haltenden Hintergrund zu wandeln, der Toleranz, Respekt, Kommunikation, Halten und Aufnehmen fördert. Auf dieser Basis können abgespaltene und fragmentierte Gefühle und persönliche Aspekte sichtbar, aussprechbar und damit durcharbeitbar und letztlich integrierbar werden. Ein Gefühl der Sicherheit, Meister seines eigenen Schicksals zu werden, überlebensfähig zu werden und die Katastrophe, die das Selbst erfahren hat hinter sich zu lassen, wächst beim Patienten.
 
Nach unseren bisherigen Erfahrungen können wir feststellen, daß Bewohner, bei denen uns diese Integrationsarbeit gelungen ist, signifikante Fortschritte gemacht haben, sowohl in einem innerpsychischen Bereich von subjektiver Befindlichkeit, emotionalem Wachstum und Beziehungsfähigkeit, als auch im Bereich der Psychopathologie, des Medikamentenverbrauchs und der sozialen Reintegration in das gesellschaftliche Arbeits- und Sozialleben. Auch bei Bewohnern, die schon oft in der Klinik waren, reduzieren sich stationäre Aufenthalte drastisch. Die Dauer der Klinikaufenthalte während akuter Krisen verringert sich erfahrungsgemäß auf eins bis zwei Wochen.
 
 
 
 
14. Kultureller Hintergrund der Gruppenangst
 
 
 
Kultureller Hintergrund der Gruppenangst in Deutschland ist natürlich die traumatische Erfahrung mit Gruppen, Großgruppen und Erfahrungen in Massen.
 
 
Wobei das Wesentliche einer traumatischen Erfahrung ist, daß das traumatische Ereignis an sich in der Regel sehr wohl erinnerbar ist, daß die damit einhergegangenen Gefühle aber einen unerträglichen Konflikt heraufbeschworen haben, welche Abwehrmechanismen der Verdrängung, der Spaltung, der Verleugnung, der Identifikation mit dem Angreifer u.a. aktiviert haben. So ist die Verschmelzung in der Masse, die Delegation des Über-Ichs an den Führer, aber auch warme, Geborgenheit vermittelnde Gefühle in Jugendgruppen der HJ in konflikthaf-ten Widerspruch zu der Scham und den Schuldgefühlen, welche durch die menschenvernich-tenden und verachtenden Gewalttaten an jüdischen Mitbürgern und anderen Minoritäten, nicht zuletzt psychisch Kranken erfolgten.
 
Aktualisiert wird dieser Konflikt noch heute jederzeit weltweit bei Teilnahme deutscher Bürger an Massenveranstaltungen, wie im Lido etc. wo Scham und Schuldgefühle verhindern in einen regressiven Zustand von Verschmelzung lustvoll einzutauchen.
 
Zu diesem Themenkreis gehören auch Ängste vor einem Paradigmenwechsel beim Untersucher, Therapeuten als auch den betroffenen Institutionen
 
Joachim Galuska hat in einem Vortrag die absolute Verstehensgrenze, noch von Jaspers Anfang des Jahrhunderts aufgestellt, analisiert als geboren aus der Angst des Untersuchers vor der Zerrüttung des eigenen Bewußtseins: “Das Gefühl von Unheimlichkeit, angstvoller Unruhe oder Bodenlosigkeit, das sich im Therapeuten Gelegentlich ausbreitet ist mit Bewußtseinsprozessen psychotischer Menschen unzertrennbar verbunden”. Unsere Aufgabe ist zu verstehen unter welchen Bedingungen diese Gefühle ertragen, erlebt und überlebt werden können.
 
 
 
Ende
 
 
Benedetti schreibt, das Gefühl der Ohnmacht auszuhalten, ohnmächtig zu sein das Schreckliche verändern zu können, das läßt den Ohnmächtigen nicht weiter allein in seiner Ohnmacht. Ich meine, daß dies ihm den Weg  zurück zur Menschheit eröffnet.
 
 
 
Lieteratur beim Verfasser.
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